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Ilsestein, Georg Heinrich Crola, 1858, Öl auf Leinwand, Schloß Wernigerode GmbH, zu sehen in der Dauerausstellung

Der Ilsestein ist ein mächtiger Granitfels. Er war ein beliebter Malerort, denn man konnte den Gang durchs Ilsetal und seine Besteigung mit dem Aufstieg zum Brocken verbinden. Von Ilsenburg auf den Brocken verläuft also ein historischer Malerweg.

Georg Heinrich Crola wählt nicht den üblichen Blick aus dem Tal mit der Mühle und Wanderern auf dem Weg, den unsere Vergleichsabbildungen zeigen. Er entrückt den Ilsestein, gibt ihm einen Heiligenschein aus Sonnenlicht. Ob es das Licht ist, das der Sage nach die Prinzessin Ilse zurückließ, wenn sie hier ihr Haar gekämmt hatte? Auf Crolas Gemälde ist spätsommerlicher Nachmittag und ein tiefer Friede liegt über dem Tal. Das Kreuz, das seit Oktober 1814 auf dem Ilsestein steht, bildet fast genau die Bildmitte. Crola gibt in seinem Gemälde der Natur etwas Feierliches, fast übersieht man die Frau mit der Kiepe, die den Hang hinaufkommt. Der Ausblick ist gerahmt, links von grünenden und rechts von absterbenden Fichten, - weil das Sterben zum Leben dazugehört.

Wohl möglich, dass er hier die Natur so besonders darstellt, um ihre Schönheit zu zeigen und aufzufordern sie zu erhalten und nicht zu zerstören. Sein Bedauern über eine allein auf raschen Nutzen bedachte Tätigkeit hat er auch in seinen Lebenserinnerungen deutlich zum Ausdruck gebracht. Im Wernigeröder Schloss kann das Gemälde im Original betrachtet und über diese Frage nachgedacht werden.

Über den Künstler
Georg Heinrich Crola (1804-1879) und seine Frau Elise Crola (1809-1878) machten Ilsenburg in den fast 40 Jahren, in denen sie hier lebten und arbeiteten, zu einem ganz besonderen Malerort. In seinen Lebenserinnerungen hat der Maler der ersten Begeisterung über das Ilsetal als 24jähriger einen ganzen Abschnitt gewidmet, aber auch die nur auf raschen Erfolg bedachte Forstwirtschaft kritisiert. Wer mehr über die Crolas wissen möchte, schaue auch Georg Heinrichs Aussicht vom Agnesberg auf Schloss Wernigerode an oder Elise Crolas Ansicht der Klosterkirche Drübeck.

Wandertipp
Auf dem berühmten Aufstieg zum Brocken durch das Ilsetal ist man meist nicht allein. (11 Kilometer, 3-4 Stunden, ca. 890 Höhenmeter) Wer sportliche Herausforderung sucht, kann auch den Eselsstieg mit dem Rad probieren. Das ist ein schmaler Singletrail von 1,5 Kilometern Länge und bis zu 100 Höhenmetern, der am Gasthaus am Ilsestein beginnt und unweit des Crola-Malerblicks endet.

Weitere Informationen zum Malerblick gibt es hier.

Autor:in

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