18. Drübeck Klosterkirche

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Drübeck Klosterkirche, Elise Crola, 1846, Graphit, leicht weiß gehöht, aus den Sammlungen der Schloß Wernigerode GmbH

Wer das Klostergelände von Südwesten betritt, neben dem Neubau des Eva Hessler Hauses, hat genau diesen Maler-Blick auf das gewaltige Westwerk der ehemaligen Benediktiner-Klosterkirche Drübeck. Der Bau stammt aus dem 12. Jahrhundert, die Anfänge reichen bis zu Kaiser Otto zurück. Gefügt aus dicken Kalksteinquadern ist der Bau nur sparsam dekoriert. Als eine Landmarke liegt er am Nordhang des Harzes zwischen den Malerorten Wernigerode und Ilsenburg und fand doch nur wenig Darstellung. Diese wenigen Maler aber begriffen als erste, dass die romanische Architektur am Harz etwas ganz Einmaliges ist. Wie eine Perlenkette reihen sich die Reichsklöster um den Harz: Halberstadt, Quedlinburg, Gernrode, Memleben ….

Elise Crola hat kein ausgeprägtes Interesse für das Mittelalter, sie ist Malerin und keine Architekturhistorikerin. Aber durch ihre genaue Wiedergabe tritt uns ein Gegensatz von kleinlichem Alltag und großartiger Architektur entgegen. Ein Motiv, das sie übrigens mehrfach anfertigte und von denen dieses Exemplar das schönste ist.

Über den Künstler
Elise Crola (1809-1878) ist eine großartige Zeichnerin. „Meine Frau hat in jedem Auge eine Camera“, meinte Georg Heinrich Crola von ihr, so sicher, kraftvoll und doch leichthin zeichnete sie Menschen und Tiere ebenso hervorragend wie Natur oder Architektur. Dabei hat sie nie eine Akademie besucht, weil das für Frauen nicht erlaubt war. Der bekannte Maler Wilhelm Schadow hatte Elises Vater auf ihre Begabung aufmerksam gemacht. Der Vater war Bankier, führte ein kunstoffenes Haus, und sie erhielt Zeichenunterricht in Berlin. Glück für sie. Hier lernte Georg Heinrich Crola sie als die malende geschiedene Frau von Weyer kennen. Erstaunt stellten beide ihre Liebe zu Ilsenburg fest. Später wurde er ihr zweiter Ehemann und sie zogen hierher. Das war 1840. In den folgenden fast drei Jahrzehnten war ihr Haus ein Anziehungspunkt für Freunde und Künstler vor allem aus Berlin und Dresden. Fünf Kinder hatte das Paar. Elise war stark religiös, aber auf eine nie frömmelnde Weise. Das Göttliche war für sie überall in der Natur zu finden, sie praktizierte Hinwendung zum Menschen und Hilfe für den Nächsten. Als sie 1878 mit 68 Jahren starb, gab es in Ilsenburg wohl niemanden, der nicht um sie trauerte.

Georg Heinrich Crola schrieb über seine erste Begegnung mit seiner zukünftigen Frau in seinen Lebenserinnerungen.

Wandertipp
Durch Drübeck führen der Klosterwanderweg und die Straße der Romanik. Nach dem Rundgang durch die Klosteranlage und die Besichtigung der altertümlichen Kapitelle sei ein Spaziergang auf den Schäferberg empfohlen, von welchem man vor allem abends eine wunderbare Aussicht auf Drübeck und bis nach Wernigerode hat.

Weitere Informationen zum Malerblick gibt es hier.

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