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Goslar vom Klusfelsen, Johann Ludwig Bleuler, um 1829, kolorierte Umrissradierung, aus den Sammlungen der Schloß Wernigerode GmbH

Dieser Malerblick verlangt ein bisschen Umherschweifen, denn auch wenn der Standort am Abhang des Peterberges rasch gefunden ist, so ist doch der Hang heute kein Park mehr wie auf dem Bild, sondern ein Wald mit schönen alten Buchen und Eschen. Die Aussicht auf Goslar und den Rammelsberg dahinter ist nur vom Petersberg weiter oben möglich, das Auffinden des Teiches erfordert einen Extra-Rundgang und die genaue Erkundung der Felsen sowieso.

Während bei der Teufelsmauer bei Thale solche Sandsteinfelsen häufiger erhalten und sagenumwobene Landmarken sind, steht der Klusfelsen von Goslar völlig allein. Auch er ist der Abgesandte eines Meeres vor etwa 120 Millionen Jahren, dessen verpresste Sande um 90 Grad gekippt wurden, als sich die Bruchschollen des Harzes emporreckten. Kaiserin Agnes ließ im 11. Jahrhundert in diesen Felsen angeblich die Marienkapelle einrichten, als sie auf dem Berg das Peterskloster gründete. Noch zu Bleulers Zeit lebte hier ein Einsiedler. 1983 haben die Goslarer die Kapelle wieder in Ordnung gebracht und auch eine Nachbildung der alten Marienfigur aufgestellt. Jährlich zu Weihnachten ist hier ein Gottesdienst.

Über den Künstler
Johann Ludwig Bleuler (1792-1850) wurde in Feuerthalen in eine Malerfamilie hineingeboren. Dieser Schweizer Ort unweit vom Rheinfall war damals ein Markenzeichen in ganz Europa. Für ihre Motive reisten die Brüder und der Vater kreuz und quer durch Europa bis nach St. Petersburg. Das Besondere: Sie zeichneten alle Motive selbst vor Ort, wobei sie natürlich mitunter schon bekannte Schokoladenblicke aufgriffen. Im Harz hielt Johann Ludwig Bleuler vier Motive für darstellenswert: Wernigerode, Burg Falkenstein, Clausthal und Goslar vom Abhang des Petersberges mit dem Klusfelsen.

Von Feuerthalen aus lieferte Familie Bleuler Ansichten so groß und bunt koloriert wie Ölbilder und doch als Radierung preiswert vervielfältigt. Wer sich Gemälde nicht leisten konnte, der griff zu den Bleulerschen kolorierten oder mit einweißhaltiger Tempera (Gouache) glänzend übertuschten Radierungen. Wenn dann die Stimmungen und die Staffage variierten, hat ein Jeder das Gefühl, ein Unikat in den Händen zu halten. Freue sich jeder an seinem Bleuler in welchem so viel handwerkliches Geschick und Mühe stecken! So wie es Nathan der Weise in seiner berühmten Ringparabel riet.

Wandertipp
Viel zu wenig bekannt ist ein Rundwanderweg, der vom Weltkulturerbe Rammelsberg im Süden über den Maltermeisterturm auf der Ostseite um Goslar herum bis zum Petersberg und dem Klusfelsen führt. Mit vielen Himbeeren am Wege und mit wunderbaren Ausblicken über Wiesen auf die Altstadt mit der Pfalz, der Marktkirche und dem Zwinger als wichtige Orientierungspunkte. Der Rückweg kann durch die Innenstadt genommen werden. (9 Kilometer, 2,5 Stunden, ausgeschildert)

Weitere Informationen zum Malerblick gibt es hier.

Autor:in

Harzer Tourismusverband e.V.
Marktstraße 45
D-38640 Goslar

Organisation

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