16. Schloß Wernigerode vom Agnesberg
Das Schloss liegt auf einem Felssporn des Agnesberges. Die eigentliche Bergkuppe aber ist 20 Meter höher und unser Malerblick-Standort. Dieser hohe Standort, der die Landschaft dahinter vor unseren Augen ausrollt, ist der besondere Reiz des Blattes, was der Vergleich mit einer handelsüblichen Vedute rasch zeigt. Auf der Zeichnung von Georg Heinrich Crola sehen wir das Schloss noch in seiner barocken Form unter Graf Henrich von Stolberg-Wernigerode. Damals galt das stille Wernigerode als „Ort im Winkel“. Eine Generation später aber kam ein Umbau in einer Üppigkeit und Dichte von Einfällen, Dekoren und Materialien, der ein Höhe- und Endpunkt der historistischen Epoche sein wird. Neuschwanstein mag hier einfallen und das wäre nicht zu hoch gegriffen. Zu besichtigen sind etwa der Festsaal, an welchem Kaiser speisten, der Rauch-Salon, das Schreibkabinett, die neogotische Schloßkirche und natürlich die Königsräume, die auf Besuch aus Berlin warteten.
Über den Künstler
Der Landschaftsmaler Georg Heinrich Crola (1804-1879) lebte seit 1840 in Ilsenburg mit seiner Frau Elise Crola und beide hinterließen ein umfangreiches Werk schönster Harzmotive, das leider verstreut ist. Aber Crola ist nicht einfach ein Harzmaler, er ist ein Maler von nationaler Bedeutung, um dessen Werke im Kunsthandel sich große Museen bemühen. Er war ein aufmerksamer Beobachter nicht nur von Landschaften, sondern machte sich über das Leben und seine Mitmenschen eigene Gedanken und hielt mit seiner Meinung auch nicht hinter dem Berg. Ein Mann mit Charakter also, der Freunde, Kollegen und Schüler anzog. In Berlin dachte man schon laut über eine Ilsenburger Außenstelle der Akademie der Künste nach. In seinen Landschaftsbildern gibt es meist etwas Besonderes. Auf dieser Zeichnung ist es der Einblick in den Schlosshof und die Harzhänge hoch darüber, ein Motiv, das er übrigens für den Grafen Henrich von Stolberg-Wernigerode noch einmal wiederholt hat.
Wandertipp
Der Malerblick-Standort auf dem Agnesberg ist auch Stempelstelle der Harzer Wandernadel. Nur zehn Minuten Fußweg sind es vom Schloss hierher und trotzdem ist es ein stiller Ort. Empfohlen sei ein Spaziergang weiter bis in den Wildpark, das ehemalige Forsthaus Christianental. Dort fanden schon die Künstler vor 100 Jahren ein gutes Gasthaus vor wie auch heute die Wanderer und Spaziergänger.
Weitere Informationen zum Malerblick gibt es hier.
Gut zu wissen
Autor:in
Harzer Tourismusverband e.V.
Organisation
Harzer Tourismusverband e.V.
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