25. Grube Güte des Herrn in Lautenthal
Unser Standort ist nur wenige Schritte linkerhand vom heutigen Eingang des Bergbaumuseums Lautenthal entfernt an der heutigen Wildemanner Straße. Vom Bürgersteig aus erkennen wir ein gemauertes Mundloch der Grube Güte des Herrn. Seit 1691 wurde hier nach Silber, Blei und Kupfererz gegraben.
Wilhelm Ripes Ansicht zeigt rechts ein hölzernes Mundloch, davor einen Karrenläufer beim Schwatz mit einem Bergmann. Sein Vorderkipper mit den ungleich großen Rädern kann das Erz oben aus dem Schachthaus holen und ins Tal zu den Pochwerken bringen, oder auch Holz für das Absichern im Berg in den Stollen. Links fließt Wasser über ein hölzernes Gerenne herbei und verschwindet im Giebel der Radstube. Darin ist ein großes Kunstrad. Dessen Wasserkraft treibt das hölzerne Feldgestänge, das auf dem Bild im Schachthaus verschwindet. Heutzutage können wir auf dem Freigelände des Bergbaumuseums Gerenne, Feldgestänge oder Vorderlader im Original ansehen.
Bergbau mit Menschen bei der Arbeit ist ein seltener Malerblick. Da musste erst ein so besonderer Künstler wie Wilhelm Ripe kommen. Er zeigt uns die Energiegewinnung für den Bergbau und wie das Erz aus den Gruben kam. Für die Schmelzhütten. Deren Schornsteine rauchen hinten im Tal der Innerste.
Über den Künstler
Wilhelm Ripe (1818-1885) hat sich für den Bergbau interessiert, weil er selbst armer Leute Kind war und zwischen Bergleuten und Kiepenfrauen aufwuchs. Er hat den Bergbau aber auch dargestellt, weil der ein Anziehungspunkt für Harzbesucher geworden war. Für sie bereitet Wilhelm Ripe seine Bilder didaktisch auf. Den Raum zwischen Tal und Hang vergrößert er, damit alles Platz hat und die Käufer seiner lithographischen Bilder sich erinnern können: an Stollenmundloch, Vorderlader, Gerenne, Feldgestänge, Schachthaus und Grubenholz. Immer schaut auf Ripes Bildern einer den Betrachter an und zieht ihn hinein in die Bilderzählung. Hier ist es der Karrenschieber.
Woher kamen die Fremden, die Besucher in den Harz? Sie kamen aus den großen Städten, in denen es durch die Industrialisierung und die vielen Bewohner laut und schmutzig geworden war. Wer es sich leisten konnte, nahm Zweitwohnung in der Sommerfrische. Zu Ripes Zeit ging es mit dem Bergbau am Harz schon mächtig bergab, worunter übrigens auch die Köhler litten. Der wachsende Fremdenverkehr keimte damals als Hoffnung der Lautenthaler, heute ist er Realität.
Wandertipp
Das Bergbau-Städtlein Lautenthal, wie es da hübsch von Bergen und Wäldern eingeschlossen liegt, ist heute ein beliebter Erholungsort. Der Tourismus hat den Bergbau abgelöst, um dessentwillen Lautenthal 1538 gegründet worden war. 1931 schlossen die Gruben, 1966 die letzte Schmelzhütte. Ein Wandel, den ähnlich alle Bergbaustädte im Oberharz erlebten. In Lautenthals Umgebung, vor allem am Kranichberg, stößt man auf so viele spannende Zeugen der Bergbaugeschichte wie sonst im Harz wohl nirgends in solcher Dichte. Sie sind hervorragend kommentiert. Sei es entlang des Lautenthaler Kunstgraben oder auf dem Kranichberg beim Maaßener Gaipel, dessen Aussicht man unbedingt genießen sollte (mit Gaststätte).
Weitere Informationen zum Malerblick gibt es hier.
Gut zu wissen
Autor:in
Harzer Tourismusverband e.V.
Organisation
Harzer Tourismusverband e.V.
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