Wer Malerblicke sucht, muss auch über die alten Wege nachdenken. Wer die alten Wege finden will, muss sich von heutigen Verhältnissen lösen und Jahrhunderte zurück versetzen. Die Teufelswarte südöstlich von Osterode ist ein guter Ort dafür. Sie entstand im 13. Jahrhundert und ist Teil eines Systems von Türmen, deren Wachmannschaften miteinander im Austausch standen und rasch Signale über auffällige Beobachtungen weitergeben konnten. Auf dem Uehrder Berg südlich von Osterode stand schon der nächste Turm, die Herren auf der Alten Burg in Osterode, einer Reichsburg, wollten eben rechtzeitig informiert werden.
Natürlich standen solche Warten an wichtigen Straßen, wenn diese bis zum Ende des 18. Jahrhunderts auch nur Fahrwege waren. Die Teufelswarte lag an der Hohen Straße, deren Straßenname sich im Abschnitt Osterode-Düna bis heute erhalten hat. Die Hohe Straße oder Via Regia war die große Ost-West-Achse des Reiches, an ihr fanden sich sogar römische Münzen.
Die Maler nutzten die großen Wege mit der Postkutsche oder auch wandernd. Zu groß war die Unsicherheit abseits und die Gefahr sich zu verirren. Hat hier der Maler die Alte Burg in Osterode an die Stelle eines Wartturmes gesetzt und Eindrücke einer Wanderung zu einem Bild verschmolzen?
Über den Künstler
Pascha Johann Friedrich Weitsch (1723-1803) hat alles mit großer Leidenschaft gemacht. Als 33jähriger Soldat stürzte er sich auf die Malerei, vergaß alles um sich und saß nur noch und lernte, denn er hatte nichts außer seinem Talent. Aber vom vielen Sitzen in der Stube wurde er ganz krank und wir danken dem guten Arzt Benedikt Brückmann für die richtige Diagnose. Weitsch müsse wieder raus an die frische Luft und laufen, viele Tage und Wochen. Das machte der und beim Laufen kam Weitsch auch auf die Idee, Harzmotive auf Porzellan zu bringen. Die Geschichte der künstlerischen Entdeckung des Harzes begann also um 1760 mit einer ärztlichen Empfehlung, die für alle heute noch gelten kann, die viel Zeit in ihren Stuben verbringen.
Wandertipp
Ein Rundwanderweg von Osterode über Düna und Ührde führt an der Teufelswarte, der Uerderberg-Warte und der Alten Burg von Osterode vorbei. Wir können über Topographie und Malerphantasie unseres Wartegemäldes nachdenken, dass er einen eckigen Turm zeigt, den es hier nirgends gibt. Es ist eine überraschend schöne Tour durch hügelige Landschaft mit Ausblicken auf den Harz von Süden (ca. 15 Kilometer, 3 Stunden, teilweise auch auf dem Karstwanderweg verlaufend)
Weitere Informationen zum Malerblick gibt es hier.
Autor:in
Harzer Tourismusverband e.V.
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