• Interaktiv
Marmorbruch am Krockstein, Caspar David Friedrich, 1812, Öl auf Leinwand, Kunsthalle Hamburg, zu sehen in der ständigen Ausstellung

Der Standort des Malerblicks findet sich auf dem Krockstein unweit der Krockstein-Aussicht, die einen weiten Blick zum Brocken gewährt. Genau da, wo das markante gelbe Schild der Dennertanne die Geschichte der Steinbrüche am Krockstein erzählt. Über den genauen Ort, an welchem Caspar David Friedrich im Juni 1811 zeichnete, wurde schon viel gerätselt. Aber es muss hier gewesen sein, denn von Rübeland auf den Brocken entlang der Bode verläuft ein historischer Malerweg, sogar druckgraphische Darstellungen gibt es von diesem Steinbruch.

Caspar David Friedrich ist sicher der bedeutendste deutsche Landschaftsmaler der Romantik. Er stammte aus Greifswald, verbrachte aber den größten Teil seines Lebens in Dresden. Vom Marmorbruch haben sich zwei sorgfältige Zeichnungen erhalten, die er an zwei aufeinanderfolgenden Tagen fertigte. Sie bezeugen, wie sehr ihn das schwarze kühle Höhlenloch eines Steinbruchs anzog. Aber nicht für touristische Zwecke hat er sich so in das Motiv vertieft, nicht um es als Ansicht zu verkaufen. Ihn inspirierte das Motiv zu Botschaften, die uns und unser Leben unmittelbar angehen. Das macht ihn so groß, das fühlen viele Menschen bis heute.

Übrigens war der Marmor aus den Marmorbrüchen bei Rübeland sehr geschätzt. Er war nicht rein weiß, sondern variierte nach rot und braun. Drei Steinbrüche gab es am Krockstein, die von 1715 bis 1889 betrieben wurden. In der nahegelegenen Marmormühle wurde er weiterverarbeitet.

Über den Künstler
Caspar David Friedrich (1774-1840) malte nur ein Jahr nach seiner Harzwanderung vom Marmorbruch-Motiv das berühmte Gemälde „Grabmale alter Helden“. Es ist die Zeit der Friedrich verhassten französischen Fremdherrschaft, und der Marmorbruch bot ihm den rechten Rahmen für einen Aufruf zum Widerstand: Die Felsen – bildfüllend, ohne den bei Friedrich sonst so faszinierenden Himmel – hindern die beiden französischen Soldaten am Weitergehen; kühl weht es ihnen aus der schwarzen Höhlenöffnung entgegen. Dazu ein weißes Grabmal des Germanen Arminius. Der bezwang im Jahre 9 die Römer, was ja bekanntermaßen im Teutoburger Wald und nicht im Harz geschah. Aber darum geht es Friedrich nicht, er will keine Ansicht malen, sondern seine Gedanken in Bildern ausdrücken. Deshalb auch erinnern weitere alte und neue Grabdenkmäler daran, dass für das Weiterbestehen der deutschen Gemeinschaft Opfer gebracht werden müssen.

Neun Jahre später malte Friedrich eine ganz andere Aussage, es ist inzwischen die Zeit der Restauration. Die Höhle wird zum Ort der Zuflucht für zwei Wanderer. Zuletzt wiederholte er das Motiv noch einmal zwei Jahre vor seinem Tode.

Wandertipp
Am besten ist dieser Malerblick von Rübeland aus in einer Wegstunde zu erwandern. Es geht zunächst auf dem Harzer-Hexen-Stieg bis nach Neuwerk und dann im Ort über die Bode und auf ausgeschildertem Wanderweg hinauf auf den Krockstein. Wer gut beschuht ist und sich fit fühlt, kann sich bei www.geocache.com kostenlos anmelden, die alten Steinbrüche am Krockstein auf überwachsenen Pfaden aufspüren und dabei beispielsweise erfahren, was eigentlich ‚Marmor‘ von Kalkstein unterscheidet.

Weitere Informationen zum Malerblick gibt es hier.

Autor:in

Harzer Tourismusverband e.V.
Marktstraße 45
D-38640 Goslar

Organisation

Harzer Tourismusverband e.V.