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Ellrich Frauenkirche, Heinrich Litzmann,  1854, Öl auf Leinwand, Kunsthalle Kiel

Diese kleine Kirche auf dem Marienberg ist fast noch so erhalten wie auf dem Gemälde. Es ist ein Bau aus dem 15. Jahrhundert. Aber die Geschichte der Kirche reicht bis ins Jahr 876 zurück, da ist sie erstmalig erwähnt. Wer nach rechts an die schattige Kirchennordwand tritt, findet einen Portalstein mit dem Kopf eines gelockten Mannes – mehr als 800 Jahre alt und sehr rätselhaft. Dieser stille Ort ist nicht sehr häufig dargestellt worden. Der Maler Heinrich Litzmann stammte aus Mecklenburg und hatte einen besonderen Sinn dafür. Er schenkte dieses Bild gleich 1854, als er es gemalt hatte, dem Kunstverein seiner Wahlheimat Kiel. Vielleicht wollte Litzmann damit den Kielern sagen: Seht, auch in schlichter Form findet sich Großartiges.

Wer, etwa auf dem Karstwanderweg entlang, nach Ellrich in den Südharz kommt, sollte den schmalen Weg mit hölzernem Geländer zum Marienberg hinaufsteigen. Er hat von hier die schönste Aussicht auf die kleine Stadt.

Über den Künstler
Der Maler Heinrich Litzmann (1824-1910) stammte aus Gadebusch in Mecklenburg. In Berlin studierte er Malerei und hat dann zwischen 1850 und 1880 in vielen stillen Winkeln deutscher Länder gezeichnet und gemalt. Für den Berliner Verleger Alexander Duncker fertigte er Ansichten von Schlössern und Herrenhäusern etwa von Pommern, Schlesien oder Posen. Später wurde Kiel seine Wahlheimat. Hier war sein Bruder ein weithin bekannter Frauenarzt. Und ruhiger als in Berlin war es auch.

Wandertipp
In Ellrich gibt es Wanderziele für eine ganze Woche. Ob nordwärts in den schluchten- fels- und aussichtsreichen Stadtwald oder nordöstlich nach Sülzhayn und ins Steinmühlental. Unbedingt sollte ein Spaziergang von Ellrich nach Walkenried dazugehören. Es geht über die alte deutsch-deutsche Grenze und zeitweise an ihr entlang, vor allem aber durch Himmelreich und Hölle. Die Hölle war das berüchtigte Außenlager des KZ Dora-Mittelbau (heute Gedenkstätte) in der stillgelegten Gipsfabrik Juliushütte von Ellrich. Die baulichen Reste sind gut kommentiert und zeigen eindrücklich den menschenverachtenden Charakter des nationalsozialistischen Staates. (5 Kilometer, 1 1/2 Stunden)

Weitere Informationen zum Malerblick gibt es hier.

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