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Ilfeld, Johann Ludwig Meil, 1759, Radierung, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

Das ist ein Malerblick aus der Höhe, der den Aufstieg lohnt, wenn auch der Burgberg inzwischen bewaldet ist und nur hie und da einen Durchblick gestattet. Wir genießen die Ruhe, während unten der Verkehr der Bundesstraße 4 lärmt. Die heute laute Nord-Süd-Verbindung durch den Harz war die Lebensader Ilfelds. Für die Grafen von Ilfeld im 12. Jahrhundert, für das Kloster, das sie einrichteten, für die dort nach dessen Auflösung eingerichtete Schule, die überregional einen guten Ruf hatte. Und auch für Goethe, der hier 1777 im Gasthaus Zur Krone übernachtete und Erstaunliches durch ein Astloch beobachtete, das ihn zur Szene in Auerbachs Keller inspirierte.

Für den Zeichner und Radierer Johann Ludwig Meil war es nur ein Spazierweg zur Burgruine hinauf, denn als Lehrer wohnte er auf dem Schulgelände im alten Kloster gleich neben der Ilfelder Kirche. Die ist auf der Ansicht wie ein Tor zum Harz inmitten der Straße zu sehen, erhielt dann aber vor etwas über 100 Jahren einen Neubau neben der Straße. Von den alten Fachwerkhäusern auf Meils Radierung zeigt der etwas erhöhte, an der rechten Straßenseite liegende Bau, den ehemaligen Gasthof Zur Krone, der ebenso erhalten ist wie übrigens auch das Astloch.

Über den Künstler
Dieser Künstler hat einen gleichnamigen Doppelgänger oder war er gar alles in einer Person: Maler, Zeichner, Radierer und Bildhauer für Nord- und Sondershausen? Daneben auch noch Lehrer in Ilfeld? 1729 in Arnstadt geboren und 1770 in Ilfeld gestorben? Es herrscht Forschungsbedarf. Wir wissen nur, dass er 1759 diese Ansicht von Ilfeld schuf – als Einzelgänger und lange vor der romantischen Entdeckung des Harzes. Ein Erinnerungsblatt für die Schüler oder deren Eltern? Aufklärerisch mühte man sich in Ilfeld um die anvertrauten jungen Seelen, die mit 15 Jahren eintraten und hier Hochschulreife erwarben. Lehrer blieben tief und dankbar in Erinnerung. „Im übrigen geniessen alle Ilfeldische Schüler einerlei Tractament und Zucht, und wird dabei kein Unterschied beobachtet, als welchen die Verschiedenheit der Naturelle vernünftigen Lehrern an die Hand gibt“, heißt es in einer Ankündigung von 1749.

Wandertipp
1898 kam mit dem Anschluss an die Harzquerbahn von Nordhausen auf den Brocken der Tourismus nach Ilfeld und nordwärts erstrecken sich vielbegangene Wege zum Kleinen Bodetal und den Rabenklippen. Früher aber war Ilfeld Bergbau-Stadt. Das zeigt der Rundwanderweg um den Ort, der am Kupferschieferbergwerk „Lange Wand“, dem Alabasterbruch am Ochsenloch und sogar einer Goldwaschanlage vorbei führt. (Etwa 2 Stunden)

Weitere Informationen zum Malerblick gibt es hier.

Autor:in

Harzer Tourismusverband e.V.
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