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Nordhausen, Wilhelm Eichler, um 1840, Öl auf Leinwand, Sammlung der Städtischen Museen Nordhausen

Dieser Malerblick im Norden der Stadt liegt heute inmitten von Nordhausens schönster Villengegend. Nur ein paar Schritte entfernt liegt etwa die 1907 im Jugendstil errichtete Villa des Kunsthauses Meyenburg, die seit 2002 mit ihren Kunstausstellungen ein neuer Kulturstandort ist. Das Gebäude wäre auf unserem Gemälde hinten links etwa da, wo die Schafe weiden. Dahinter erheben sich auf dem Gemälde ein paar Pappeln und markieren die heute noch vorhandene Stolberger Straße. In der Ferne der Kyffhäuser und neben ihm ein wunderbarer Vollmond. Von der Innenstadt Nordhausens sind St. Petri, St. Blasii und ganz rechts der Schützenturm zu erkennen, der Schornstein in der Bildmitte ist die Brauerei Hagen. Vor der lagen übrigens Gasthöfe, denn der Maler stand ebenso wie wir es heute noch tun am Rande des sogenannten Geheges. Das war die liebste Spaziergegend der Nordhäuser. Extra angepflanzt haben sie die Bäume schon 1740 und darauf geachtet, dass keine Viehweide die schönen Anlagen vernichtet. Das Spazierengehen vor den Stadttoren, die Wahrnehmung des Schönen und seine Pflege wurde bürgerliches Selbstverständnis – in Nordhausen besonders, denn es handelt sich um eine alte Reichsstadt.

Über den Künstler
Zu wenig wissen wir über Wilhelm Eichler, aber genug, um uns vorstellen zu können, dass er der Malerei bescheiden und mit großer Hingabe diente. Er stammte aus dem nahen Ellrich, wuchs in Nordhausen auf, konnte aber von seinen Eltern finanziell nicht sehr gefördert werden. Trotzdem ging er Ende der 1820er Jahre nach Berlin, um die Malerei zu erlernen. Peter Ludwig Lütke war damals Professor für Landschaftsmalerei in Berlin, der dem jungen Mann seine Liebe zum Detail und die sorgfältige malerische Lasurtechnik mitgab. Dieser blieb Eichler zeitlebens treu, auch als andere rascher die Pinsel schwangen. Wir finden ihn in Nordhausen unter verschiedenen Adressen als Maler, auch als Fotograf versuchte er es einige Jahre, malte auch Pflanzen für den stadtbekannten Botaniker Wallroth. Bis seine Augen im Alter schwächer wurden. 1872 starb er in Nordhausen, kinderlos, so dass die Stadt Nordhausen einige seiner Bilder erbte, die noch heute hier bewahrt und in Sonderausstellungen gezeigt werden.

Wandertipp
Wann haben Sie das letzte Mal einfach die Haustür hinter sich geschlossen und sind losspaziert? Nordhausen, diese Anfang April 1945 von angloamerikanischen Bombern so schwer verwundete Stadt, hat Enormes für den Wiederaufbau geleistet. Altes und Neues stehen nebeneinander und laden zum Vergleichen ein. Es gibt erstaunlich viele Spazierwege abseits von Straßen, von Nord nach Süd ergeben sie eine schöne Tour: Über Park Hohenrode und Stadtpark, Gehege und Promenade ins Stadtzentrum und von dort weiter entlang der Zorge bis zum Strandbad und zum Möwensee. (ca. 7 Kilometer, 1 ½ Stunden)

Weitere Informationen zum Malerblick gibt es hier.


Autor:in

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